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Tore geschlossen; es ward eine bestimmte Mannschaft zu den Waffen gerufen und überall befannt gemacht, daß wer morgen an der Zerstöring des Klosters teilnehmen wolle, mit den Soldaten ausziehen dürfe. Um 4 Uhr morgens wurden diese Pöbel- und Söldnerhaufen zum Tore hina ausgelassen. Von ihrer Ankunft erfuhr in Oliva zuerst der Klosteradvofat Johann Dongczowski; faum blieb ihm Zeit, dem Prior und dein Waldmeister die drohende Gefahr anzuzeigen, ein Pferd zu besteigen und auf die Landstraße zu eilen; denn schon sah cr sich hier von einigen Reitern 'verfolgt; ersi als er in Rolipfe auf einem dem Abte zugehörigen Hofe. einen Rahr fand und bestieg, fühlte er sich sicher. Der Prior aber, der fich auf dem Kirchenboden, und der Waldmeister, der sich in der Orgel. versteckte, erfuhren Schweres. Zwischen 6 und 7 lihr morgens famen die Soldaten ins Aloster; die Reiter halten draußen an und beobachten dir Mauer, damit keiner entfliehe; das Fußvolk erbricht die Tore und stürmt mit Spießen und Hafenbüchsen hinein. Zuerst ging es über die Mühle, dann über die Abtei her, wo sie den Abt suchten: als sie ihn nicht fanden, stürzten sie über die Kirche und die Alosterwohnungen her, überall ral's lend und zerstörend. Der Anführer, ein Katholik, Johann von Gölln. forderte vom Sakristan die Schlüssel zur Safristei; als er aber hier nichts als einen einzigen silbernen Aelch sch, denn die wertvollsten Alcinodien ncren an sicheren Orten verstedt) überließ er die übrigen Rostbarkeiten in der Nirche den Soldaten 31r Plünderung. Die Zerstörung traf 311tiächst die Altäre und deren Reliquien, die Kirchenstühle und die beiden Orgeln; die Bibliothek ward zerrissen und verwüstet, vier große KandeLaber und ein Lejepult von Bronze wurden mitgenommen. Der Prior, den sie in seinem Verstecke ergreifen und einen polnischen Mönch lassen fie in der Stadt abführen, dem Supprior Paulus ziehen sie die Kleider aus und töten ihn im Dormitorium (Schlafsaal) beim großen Fenster durch einen Büchsensch:ß; gleiches Schidsal trifft einen Diener, der durc;" den Garten entfliehen will. Zwei Priester, Crispin und Bernardus, die gleichfalls vor das Kloster gebracht sind, machen sich frei: Bernardus erhält zwar einen Schuß in den Kopf, spottet jedoch über den Mörder -- es: hjat mir ein Barbier solche Platte geschoren, ruft er ihm zu — und läuft Daron; auch andere entfliehen. Die Soldaten wollen darauf die Häuser vor dem Kloster plündern; da sie aber von ihrem Führer in ihre Reihen: zurückgerufen wurden, gedachten sie wenigstens das Kloster dem Vulkane (Gott des Feuers) zu opfern und legten Feuer im Dormitorium an. AISfie jedoch bald nachher um 11 Uhr ahzogen, wurde das Feuer durch die zurückgebliebenen Mönche und die Einwohner des Dorfes gelöscht; nu! der Stall des Abtes verbrannte.....
„Am 18. Februar, Montag vor Fastnacht, sandten die Danziger, um ihre Bacchanalien besser feiern zu können, aufs neue Soldaten und Knechte aus, die das ganze Kloster in Brand steckten: die Kirche, das Dormitorium, das Refeftorium (Speisesaal), den Kreuzgang, das Brauhaus, die Bäckerei, die Mühle und alle andern Klosterwohnungen, die Fahriken, die Wohnung des Abtes, kurz clle Gebäude, welche innerhalb und außerhalb des Klosters waren. Nur die Mauern der Kirche und der Klosterwohnung blieben übrig; auch die Gewölbe im Kirchenumgange (denn die


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