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Nun erst entschloß sich der Vertreter Polens in Danzig bzw. die polnische Regierung durch ihn unter dem 5. August 1921 unter gleichzeitiger Rückreichung der Danziger Note zu folgender Antwort:
„Im Auftrage meiner Regierung habe ich die Ehre, das Folgende zu Euer Hochwohlgeboren Kenntnis zu bringen:
„Die Regierung der Polnischen Republik hat die Ehre gehabt, die Note des Senats vom 13. 4. 21 (Nr. 32/21) zu empfangen und hat von dem Inhalt eingehend Kenntnis genommen. Die polnische Regierung gestattet sich, die Aufmerksamkeit des Senats auf den Umstand zu lenken, daß die Ermländer Diözese territorial zum Deutschen Reich gehört und der Bischof von Ermland auf Grund des Gewohnheitsrechtes nicht bloß vom HI. Stuhl, sondern auch von der preußischen Staatsregierung (nicht der deutschen) abhängt. In der Absicht der Bestimmungen des Friedensvertrages von Versailles liegt es, die staatsrechtliche Verbindungen zwischen dem Gebiete der Freien Stadt und dem Deutschen Reiche aufzuheben. Die Zuteilung des Gebietes der Freien Stadt Danzig zum Bistum Ermland würde aber eine solche neu schaffen. Daher ist die Regierung der polnischen Republik, die mit der Führung der auswärtigen Angelegenheiten der Freien Stadt betraut ist, nicht in der Lage, den Wunsch des Senats nach Angliederung der Freien Stadt an die Diözese Erntland beim HI. Stuhle zu vertreten".
Dies Vorgehen der polnischen Regierung kennzeichnet genügend die Einstellung Polens zu der ganzen Frage, es bedeutet nicht nur eine Schmälerung der Rechte der Danziger Katholiken durch die polnische Regierung, sondern auch einen gewaltsamen Eingriff in die firchlichen Kechte, ja eine weite Ueberschreitung seiner Befugnisse zu Ungunsten Danzigs. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß die Bestimmungen des Friedensvertrages mit dieser Angelegenheit nichts zu tun haben, daß Polen die Verpflichtung hatte, da ihm die Note einmal zur Weiterbeförderung übergeben war, sie auch zu befördern. Es hätte ja, wenn es mit ihrem Inhalt nicht einverstanden war, seinerseits Schritte in seinem Interesse beim Vatikan tun können und hat sie ja auch ganz gewiß getan. Das Zurückhalten der Nöte war ein glatter Mizbrauch der Polen durch den Versailler Vertrag gegebenen Rechte und ein schweres Unrecht gegen Danzig zu dem Zweck, den Danziger Katholiken jeden auf eine Neuregelung der kirchenpolitischen Verhältnisse zielenden Schritt zu unterbinden, nur im einseitig polnischen Sinne zu wirken, Danzig bei der Culmer Diözese zu halten und To politischen Einfluß auf Danzigs ftatholiken zu gewinnen und politische Geschäfte zu machen.
Es muß mit allem Nachdruck auch hier betont werden, daß Polen zu dieser Handlungsweise niemais berechtigt war, selbst wenn – was, wie wir dargelegt, nicht der Fall ist - diese Angelegenheit eine auswärtige gewesen wäre. Die polnische Handlungsweise findet feine Stüße im Versailler Vertrag, denn dort heißt es in Art. 104 ausdrücklich: „(Abs. 1) Die allüerten und assozüerten Hauptmächte verpflichten sich, ein Uebereinkommen zwischen der polnischen Regierung und der Freien Stadt Danzig zu vermitteln, das den Zwed haben


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